Liebe Blogger,
die ersten drei Wochen sind um und ich habe wahnsinnig viele Eindrücke gesammelt. Am 9. Juli kam ich hier an, mit einem voll gepackten Auto und relativ wenig Ahnung, was mich hier erwartet. Doch der erste Tag hat sehr gut angefangen. An der Uni habe ich meinen Schlüssel für mein Campuszimmer entgegen genommen und dann wurde ich ins Ungewisse geschickt. Das Einzige was ich bekam, war ein Zettel auf dem eine Wegbeschreibung war, wie ich mein "neues Zuhause" finde. Und so fuhr ich mit mehreren Leute, die alle auch nicht wussten wo wir ankamen, durch Emmen und endlich fanden wir unsere neue Heimat. Der Campus ähnelt einer Reihenhaussiedlung. Die Uni vermittelt drei verschiedene Campus und ich wohne nun auf Campus 2, der ist ungefähr 5 km von der Uni entfernt und relativ weit von der Innenstadt Emmens, dafür direkt am Wald. Direkt vor meiner WG, man teilt sich hier eine WG mit drei weiteren Personen, traf ich meine neue Mitbewohnerin. Somit waren wir schon zu zweit in unserem Pappkarton. Die Wohnung ähnelt nämlich wirklich einen Pappkarton, man kann sich wunderbar durch geschlossene Türen mit seinen Mitbewohner auf Zimmerlautstärke unterhalten. Außerdem ist die Wohnung sehr klein, mein Zimmer umfasst circa 10 Quadratmeter. Auch alles andere ist sehr klein und spartanisch eingerichtet. Am Anfang war ich fest der Überzeugung, das ich es hier auf gar keine Fall vier Jahre aushalten kann... Aber nach drei Wochen würde ich sagen, dass das auf jeden Fall machbar ist. Man hat zwar keine bis sehr wenig Privatsphäre, aber alles andere ist sehr positiv und somit stellt man seine Ansprüche zurück und genießt das Leben hier.
Vom ersten Tag an waren nur Deutsche hier, die niederländischen
Studenten haben im Moment Ferien und sind somit auch nicht hier. Dass
wir Deutschen alle in der gleichen Situation waren, fiel die
Kommunikation sehr einfach und man hatte sofort viele interessante
Gesprächsthemen. Es dauerte auch nicht lange bis die Stühle aus der
Küche auf den Campus geräumt wurden und die ersten Flaschen Bier
geöffnet wurden. Johanna habe ich kennen gelernt, die wohnt in der
Wohnung gegenüber und möchte ihr eigenes Pferd mitbringen. In den
letzten Wochen habe wir uns viele Ställe angeschaut. Man muss dazu
sagen, dass die niederländischen Ställe ganz anders sind. Es gibt zwar
viel schönere Wiesen und ein sehr schönes Ausreitgelände, aber die
Reithallen habe ein ganz anderen Standard. Zum Beispiel gibt es hier
oft keine normalen Banden, sonder 3,5 hohe Betonplatten als Bande und
viele, viele schlechte Böden. Aber die Menschen sind hier alle sehr
nett und offen für "Neue"!!! Wir werden mal sehen, was auf uns hier
pferdetechnisch noch zukommt! Aber wir gehen hier alle mit großer
Zuversicht an die Sache ran. Der Sprachkurs ist hart, sehr sogar.
Morgens haben wir drei Stunden Unterricht und dann sitzt man bestimmt
noch mal fünf bis acht Stunden an seinen Niederländischkünsten. Man
muss sehr viel lernen, aber es macht Spaß, da wir alle das Gleiche
machen müssen und wir wissen ja alle wofür! Im Ganzen hatte ich bisher
eine super Zeit, nur nette, offene Menschen, alle in der gleichen
Situation, neues Land, neue Sprache und wir haben hier jeden Abend auf
dem Campus sehr viel Spaß!!!
Ich werde weiter berichten, was der Sprachkurs macht, die
Wohnungssituation und vor allem die Suche nach einer Reitbeteiligung!!!
Liebe Grüße aus den Niederlanden,
Eure Sophie