Hallo liebe Leser,
ich hoffe es geht euch gut!?
In Emmen ist ziemlich viel passiert, und auch der Alltag kehrt so langsam ein. Zuerst mal will ich Euch gerne was über die guten Dinge erzählen, die sich hier getan haben. Meine beiden Mitbewohner sind immer noch weltklasse. Wir sind zum Glück nur drei WG-Bewohner, somit kann man es in diesen kleinen Campuswohnungen ganz gut aushalten. Ich freu mich jedes Mal, wenn ich die beiden sehe. Toi, toi, toi... Wir hatten zum Glück auch noch keinen Stress miteinender. Wir können gut zusammen leben, kochen, einen Haushaltführen, lernen und viel, viel Spaß haben. Ich muss sagen, so einen Haushalt zu führen ist echt anstrengend. Das habe ich wirklich unterschätzt, man muss einfach an so viele Dinge denken. Und vor allem muss man wirklich jeden Tag etwas im Haushalt tun, sonst verliert man hier ganz schnell den Überblick. Die einzige Katastrophe in dieser Wohnung war, ist und wird wahrscheinlich immer die Küche bleiben. Alle vier Tage versuchen wir es aufs Neue, aber irgendwie klappt das einfach nicht.
Da wir hier ja keine Spülmaschine haben, muss das ganze dreckige Geschirr per Hand gespült werden. Das macht keinen Spaß, ist auch nicht wahnsinnig "lecker" und kostet Zeit. Deswegen spült hier keiner. Alles Dreckige wird hier auf einen Haufen geräumt und dieser Haufen wächst von Stunde zu Stunde. Nach ca. drei Tagen wollen wir man wieder richtig kochen, uns fällt auch meistens etwas Gutes ein, aber dafür muss man saubere Töpfe, Teller und Besteck haben. Also wird gespült. Und diese Arbeit ist einfach nur ätzend. Jedes mal nehmen wir uns vor, dass sich das jetzt mal ändert, aber wir haben das noch nie länger als 24 Stunden geschafft. Es wird, wie alles hier in Holland etwas lockerer genommen ;-).
In der Uni versucht man sich so langsam mal einen Überblick zu
schaffen. Nachdem wir jetzt nach der ersten Periode in Erfahrung
gebracht haben, zu welchen Kursen wir gehen müssen, wird das Leben auch
wirklich ein bisschen stressiger. Wir haben echt viele Fächer und neben
der Fächern muss man auch noch ein paar andere Projekte machen. Der
Unterricht geht meistens 1 Stunde und 30 Minuten. Die Fächer
beinhalten: Buchhaltung, Marketing, Mathe, Nachhaltige Unternehmen,
Organisation, Econimie, Englisch und Präsentationstechnik. In
"presentatietechnik" habe ich auch schon einen Vortrag gehalten und
meine Kritik war auch sehr positiv. "Nachhaltige Unternehmen" ist echt
das krasseste Fach. Der Dozent ist wirklich gut, ich denke dort werde
ich viel lernen. Weiterhin schreiben wir in dem Fach keine Klausur.
Aber wir müssen einen Rapport schreiben und das ist viel schlimmer. Der
Aufsatz soll ca. 10 Seiten lang sein und beinhaltet eine komplette
Analyse der Nachhaltigkeit von einem Unternehmen unserer Wahl. Allein
die Thematik ist ja schon nicht so einfach, aber das alles noch auf
niederländisch zu schreiben ist wirklich ziemlich schwer. Aber auch
dadurch "boxen" wir uns durch. Und das Campusleben macht vieles
leichter. Und wenn man wirklich gar nicht mehr weiter weiß, findet man
unter Garantie jemanden, der dir bei deinem Problem helfen kann. Da wir
alle in einem Haufen Pappkartons leben, muss man ja auch nicht weit
laufen.
In einer Woche sind unsere ersten Klausuren… Ob das alles so klappen wird, wie wir uns das erhoffen???
Für die Klausuren, ehrenamtliche Arbeit und viele Dinge mehr, gibt es
Studi-Punkte. Um überhaupt durch das erste Jahr zu kommen, muss man 40
Punkte erreichen. Um seine "Propedeuse" zu bekommen, braucht man 60
Punkte. Die Propedeuse ist eine Art Zwischenzeignis, ohne die man nicht
zu dem dritten Studienjahr zugelassen wird. Eigentlich war es mein
Ziel, diese Propedeuse schon im ersten Jahr zu schaffen, aber im Moment
bin ich mir da nicht mehr sicher. Es wird verdammt viel Arbeit werden,
aber als Nicht-Niederländerin die Propedeuse schon im ersten Jahr zu
bekommen, wäre ziemlich cool. Ich werde mein Bestes geben.
Liebe Grüße
Sophie